Mächtepolitik im Ancien Regime
1. Prinzip der Staatsräson ( = Staatsvernunft, -notwendigkeit, -interesse)
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rücksichtslose Selbstbehauptung, Expansion des eigenen Landes auf Kosten anderer. |
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wirtschaftlicher Aufschwung durch die Verminderung der ökonomischen Po-tenz aller rivalisierenden Mächte |
| Ergebnisse : |
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laufend Kriege, sog. Kabinettskriege (d.h. alleinige Entscheidung des Fürsten; geringe Durchschlagskraft) |
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Folgen : Destabilität, Faustrecht, Willkür |
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2. Ordnungsprinzipien
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Idee des Gleichgewichtes (erstmals im Friedensvertrag von Utrecht, 1713) |
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nur der Einspruch der anderen (Länder) setzt Schranken bei der Expansion |
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"Balance of Power" (vorallem von England verfolgt zur Wahrung seiner Kolonialpolitik) regierte das gesamte Staatensystem |
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Konvenienzprinzip ( = Übereinkunft; das Angemessene, Zuträgliche) |
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Verpflichtung auf ein für alle verbindliches Gemeinwohl |
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Unterscheidung : legitim vernünftig - illegitim riskant |
3. Weitere Ordnungsgedanken
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Teilung, Tausch
Machtvergrößerung eines Landes wird nur gestatten, wenn die anderen Länder dafür eine "Entschädigung" in Form eines Teils des eroberten Landes bekommen. |
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Barriere
keine direkten aneinander grenzende Großmachten. Es soll immer ein "Pufferland" dazwischen liegen. |
Der Hof im Absolutismus
Der Hof Ludwig XIV: Versailles
14 km westlich von Paris
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Baubeginn |
1661 |
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Übersiedlung des Hofes |
1682 |
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Fertigstellung |
1691 |
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Beteiligte Arbeiter |
20 000 |
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Zugpferde |
6 000 |
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Einwohner
(haupsächlich Adel, Hofgesellschaft; Beamte; Bedienstete und Soldaten |
20 000 |
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Schloß & Park von Versailles ist der Mittelpunkt des Staates und Sitz des Königs. |
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Das französische Volk trägt die laufenden Kosten des Schlosses. |
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Es dient nicht mehr zur Wehrhaftigkeit, sonders zur Darstellung des Glanzes des ab-solutistischen Königs. |
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Es werden selbst intime Vorgänge, wie das z.B. das Aufstehen des Herrschers zum öffentlichen Ritual gemacht. (statt politischer Aufgabe informelle Stütze des Monarchen) |
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Allerdings gilt nur das äußerlich Sichtbare (statt waschen pudern !) |
Das Schloß im Barock
| Aussehen |
Bedeutung |
| strahlenförmige Anlage |
Herrscher überwacht alles |
| weite Entfernung zwischen Schloß und Stadt |
Distanz : Herrscher – Untertanen |
Vorderseite: Der Stadt zugewandt Rückseite: Dem Park zugewandt |
Trennung zwischen Herrschaftspflicht (Amt) und Privatleben (Amüsement) |
| Treppenhaus weiträumig und großzügig |
würdevolle Annäherung an den Herrscher |
| Festsaal : Spiegel und Gemälde |
Verherrlichung des Fürsten |
| Seitenflügel des Schlosses : Wohnräume der Hofgesellschaft |
Spiegelbild der Standesordnung |
| Parkanlage : streng geometrische Formen |
Natur ist dem Herrscher Untertan |
Kunst & Kultur
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Kunst als königliche Propaganda |
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Schauspiele wurden einerseits subventioniert, andererseits aber auch zensiert |
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Académie française (40 Dichter & Gelehrte) zur Sprachnominierung und -pflege |
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auch die bildenden Künste (Malerei und Bildhauerei) standen im Dienste der Majestätsverherrlichung |
Der Barock
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bedeutet: "unregelmäßige schiefrunde Perle" (portugiesisch) |
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letzter einheitlicher Kunst- und Lebensstil |
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breitet sich im 17. Jh. von Italien über Frankreich vor allem in den katholischen europäischen Ländern aus |
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wollte ein Bild und Gleichnis göttlicher und monarchischer Ordnung schaffen |
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Üppigkeit und Vielfalt sind kennzeichnend |
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"absichtsvolle Strenge" und unbedingte Symmetrie erkennbar |
Der Rokoko
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bedeutet "Muschelwerk" (französisch) |
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löste in der Mitte des 18. Jh. den Barock ab |
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Asymmetrie wird zum beherrschenden Ausdrucksmerkmal |
Das absolutistische Staatensystem
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keine mächtigen Premierminister, die Staatssekretäre sollen nur noch den Willen des Herrschers ausführen --> wichtigster Ratgeber wurde Jean-Baptiste Colbert |
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Staatsrat (Beratungs- und Entscheidungsgremium) wurde auf 3 Minister beschränkt (Finanzen, Militär, Außenpolitik) |
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das bürgerliche und niederadelige Regierungspersonal gewann bis 1789 ständig an Bedeutung |
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in seiner 54-järigen Regierungszeit setzte Ludwig XIV nur 17 Minister ein |
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die Intendanten wurden zu ständigen Außenposten der Regierung, hatten aber nicht mehr das Recht auf Beeinflussung oder Ablehnung der königlichen Befehle. Sie waren nunmehr nur noch Kontroll- und Ausführungsorgane. Schützten aber auch die Bevölkerung in den Provinzen gegen die Willkür des ansässigen Feudaladels. |
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die Verschmelzung von Verwaltung und Rechtswesen war nicht wie in der Theorie möglich |
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die reguläre Armee bestand aus 100 000 - 120 000 Söldnern; wurden auf die Krone verpflichtet |
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zwei schubartige Steuererhöhungen finanzierten den Staatshaushalt (hauptsächlich direkte & indirekte Steuern, aber auch Binnen- und Außenzölle) |
Außenpolitik
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Leitziele sind Schwächung der Habsburger, Der Rhein als natürliche Grenze Frankreichs, Teilhabe am spanischen Erbe (aufgrund der Heirat mit einer spanischen Habsburgerin) |
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Anstrebung der Hegemonie (= Vorherrschaft) in Europa |
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Krieg als selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens (Einsatz von Spionen und Bestechung), unterteilt in Wirtschafts- und Handelskriege (vor allem in Übersee) und dynastische (zur Durchsetzung von Thronfolge- und Erbansprüchen) |
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Réunionskammern zur Überprüfung früherer territorialer Zu-gehörigkeiten (oft an den Haaren herbeigezogen) |
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1688 gelang es einer gesamteuropäischen Koalition der französischen Expansion Einhalt zu gebieten |
Bürgertum
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der Hof von Versailles erhielt eine Leitbildfunktion |
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die Fähigkeit Haltung zu bewahren und die Trennung privater Gefühle und Angelegenheiten von öffentlichen Auftritten wurde vom Bürgertum von den Adligen übernommen. Manieren wurden in Anstandsbüchern vermittelt und verinnerlicht. |
Französische Hofkultur - Vorbild für die Herrscher Europas
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Versailles wurde imitiert |
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statt Latein gilt nun Französisch als die Sprache der Gebildeten |
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aber auch Orientierung am habsburgischen Kaiserhofs in Wien |
Der Absolutismus in Bayern
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stehendes Heer |
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Merkantilismus |
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Manufakturen |
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immense Schulden belasten die Bevölkerung |
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barocke Prachtbauten |
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